Podcast für Sterneneltern
Ich spreche in meinem Podcast "Hallo Psyche" über das Thema "Leben als Sterneneltern". Es geht um Fragen wie:
Darüber hinaus interviewe ich Sterneneltern und verschiedene Personen, die beruflich mit Sterneneltern zu tun haben.
Die aktuellen Folgen sind bei Spotify, Apple Podcasts und vielen anderen Podcastplatformen zu finden. Hört gern einmal rein.
Liebe Eltern von Sternenkindern, liebe Wunsch-Eltern,
als psychologische Beraterin, Paartherapeutin und Mama eines Sternenkindes ist es mir ein ganz besonderes Anliegen, dass Sterneneltern und Paare mit Kinderwunsch professionelle und auf dieses Thema zugeschnittene psychologische Unterstützung bekommen können.
Weil ich weiß, wie sich so ein Verlust anfühlt, kann ich betroffene Eltern mit tiefem Verständnis und angemessenen Interventionen durch die oft schwierigste Zeit ihres Lebens begleiten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass geteilte Erfahrungen eine stützende und hilfreiche Verbindung herstellen können. Ich selbst habe mich erst richtig aufgehoben gefühlt, als ich mit Menschen gesprochen habe, die mein Schicksal teilten. Trotz unterschiedlicher Geschichten wussten sie genau, was ich durchgemacht hatte und ihr müheloses Verstehen gab mir viel Halt und Kraft.
Diese Erfahrung hat mich dazu bewogen, meinen eigenen Schicksalsschlag, den Verlust meines Sohnes, in meine Arbeit als ausgebildete psychologische Beraterin einfließen zu lassen. Ich wünsche mir, dass anderen Eltern von Sternenkindern und Eltern mit unerfülltem Kinderwunsch die bestmögliche Unterstützung zukommt. Denn es ist schon so schwer genug, mit dem Erlebten umzugehen.
Für die Partnerschaft kann es manchmal auch sehr wichtig sein, sich nach einem Verlust oder in der Kinderwunschzeit Unterstützung zu holen. Denn nicht selten müssen beide mit unterschiedlichen Bedürfnissen, unterschiedlichen Trauerweisen oder Einstellungen zurechtkommen. Gerade in einer Zeit, in der wir auf viel Halt, Liebe und Zärtlichkeit angewiesen sind, kann das schwierig werden. Eine Paartherapie kann die Kommunikation und den Umgang mit diesen Schwierigkeiten verbessern, sodass die Paarbeziehung wieder einen sicheren Hafen für beide zu bieten hat.
Ich begleite Einzelpersonen und Paare in den folgenden Situationen, sowohl online als auch vor Ort in meiner Praxis in Berlin Prenzlauer Berg.:
Bei unerfülltem Kinderwunsch
Paare mit unerfülltem Kinderwunsch können zu jedem Zeitpunkt mit psychologischer Unterstützung beginnen. Es wird oft unterschätzt, wie zermürbend dieser Prozess sein kann. Er kostet sehr viel Kraft, Nerven, Leichtigkeit und zehrt nicht selten an der Beziehung. Eine psychologische Begleitung oder Paartherapie kann in dieser Zeit eine große Stütze sein. Sie bildet einen Raum, in dem belastende Gefühle angesprochen werden können und hilfreiche Strategien für die Partnerschaft erarbeitet werden.
Bei einem Verlust während der Schwangerschaft oder Geburt
Erste Hilfe
Mit schmerzvollen Gefühlen umgehen lernen
Sich in der Partnerschaft stützen und halten
Das Sternenkind integrieren
Umgang mit schwierigen Situationen
Begleitung vor und durch Folgeschwangerschaft(en)
Ich unterstütze die Eltern von Sternenkindern sowohl in der ersten Zeit nach dem Verlust als auch Jahre später noch oder wenn z.B. eine Folgeschwangerschaft ansteht. Es ist also egal, wieviel Zeit inzwischen verstrichen ist, die Gefühle können immer noch präsent sein. Insbesondere Trauer verläuft nicht zwingend linear, wie es sich viele vorstellen. Auch Jahre später kann einen die Sehnsucht und das Vermissen noch stark überkommen. Manchmal gibt es auch einen weiteren Todesfall in der Familie oder eine Trennung, wodurch unverarbeitete Gefühle hochgeholt werden. Auch dann macht es Sinn, diesen Gefühlen Raum zu geben und sich bei Bedarf begleiten zu lassen.
Mit psychologischem Know How und tiefem Mitgefühl unterstütze ich Sie / Euch / Dich in schweren Zeiten nach einer Fehlgeburt, einer Totgeburt, einem plötzlichen Kindstod, einem medizinisch indizierten Abbruch und bei unerfülltem Kinderwunsch.
Sowohl online als auch vor Ort entsteht ein sicherer Raum, in dem alles geteilt werden kann und alle Gefühle Ausdruck finden dürfen. Als psychologische Beraterin und Paartherapeutin halte ich den Raum und achte darauf, dass offene (seelische) Wunden versorgt werden, bevor eine Sitzung endet.
Schreib(t) mir einfach eine Nachricht, wenn du / ihr meine Begleitung in Anspruch nehmen möchtet.
Trauerbegleitung hat ähnlich wie die psychologische Beratung das Ziel, Menschen in einer schweren Zeit (psychologischen) Beistand zu leisten. Sie ist klar von einer psychotherapeutischen Behandlung abzugrenzen, die das Behandeln von psychischen Störungen zum Auftrag hat.
Die meisten TrauerbegleiterInnen und psychologsichen BeraterInnnen sind ebenfalls psychologisch ausgebildet und kennen sich zudem sehr gut mit den auftretenden Situationen und Gefühlen aus. Meiner Erfahrung nach sind Trauernde deshalb sehr gut bei den auf dieses Thema spezialisierten Menschen aufgehoben. Trauer ist schließlich keine Krankheit, sie ist eine angemessene Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen. Trauer durchläuft verschiedene Phasen, die jedoch sehr individuell auftreten und sich immer wieder verändern können.
Ich halte psychologische Begleitung in schwierigen Lebensphasen für einen sehr wichtigen Anker. Neben der Qualität der Paarbeziehung, der Unterstützung durch das Umfeld und der Sicherheit der eigenen Lebenssituation ist die professionelle Begleitung ein wichtiger Faktor dafür, wie gut Krisen letzten Endes überstanden werden können. Die psychologische Beratung oder Trauerbegleitung unterstützt Menschen darin
In der Paartherapie steht mehr im Vordergrund, wie das Paar die Zeit der Krise erlebt und wie miteinander umgegangen wird. Hier geht es vor allem darum, die Paarbeziehung zu stärken. Dies ist oft besonders intensiv, da zu dem allgemein schwierigen Thema (Verlust oder unerfüllter Kinderwunsch) noch individuelle Schwierigkeiten des Paares hinzukommen. Gleichzeitig ist besonders in diesen Zeiten wichtig, eine sichere Basis in der Beziehung zu finden. Es ist sehr schade, wenn eine Partnerschaft an einer solchen Krise zerbricht. Gleichzeitig ist sie eine Chance, neue Nähe zu finden und zu lernen, füreinander da zu sein. In den wenigsten Fällen ist mangelnde Liebe das Problem. Es sind eher Überforderungsgefühle, Kommunikationsschwierigkeiten oder bereits vorhandene Spannungen. Eine Paartherapie kann in solchen Fällen besonders hilfreich sein, da die gemeinsame Krise und die Liebe zueinander in der Zukunft eine besonders starke Bindung formen kann. Es gibt Paare, die vorherige Probleme plötzlich hinter sich lassen können, weil sich die PartnerInnen verändern, neue Prioritäten im Leben setzen oder nun anders mit auftretenden Schwierigkeiten umgehen.
Websites:
Das Ende vom Anfang
Gesammelte Geschichten über Fehlgeburten. Eine Initiative von der Journalistin Julia Stelzner, eine betroffene Mutter.
https://www.dasendevomanfang.de/
Initiative Regenbogen
Verein für Erfahrungsaustusch und Informationen für den Verlust vor und nach Geburt
http://initiative-regenbogen.de/
Hopes Angel
Begleitung für Familien und Fachkräfte, inkl. Sammlung von Hilfsangeboten, Bestattern etc. nach Postleitzahl.
Erste Hilfe Köfferchen
Initiative betroffener Eltern mit Begleitungsangebot und Begegnungscafé (Berlin)
https://www.erste-hilfe-koefferchen.com/
Sterneneltern Achim e.V.
Verein, gegründet durch eine betroffene Mutter. Begleitung und Aufklärung von Fachpersonal, Vernetzung.
https://www.sternenelternachim.de/
Stilles Wunder e.V., gegründet durch ein betroffenes Paar. Sammlung hilfreicher Informationen, insb. bei pränatalen Diagnosen. Angebot einer Abschiedsbox inkl. passender Kleidung.
Bundesverband Kindstod und Schwangerschaft nach Geburt, gemeinnütziger Verein.
Podcasts:
Schmetterlingsgflüster - wenn Babys sterben
Ein Podcast vom Sterneneltern Saarland e.V.
Ein Podcast von der Hebamme Dorothea Subh
Meine Geschichte / Mein Sternenkind Luglio
Meinen Sohn Luglio habe ich im neunten Monat verloren. Durch eine plötzliche Plazentainsuffizienz war mein Sohn unterversorgt und konnte trotz Notkaiserschnitt nicht mehr gerettet werden. Der Schock und der Schmerz waren kaum zu ertragen. Noch ein Tag zuvor war alles bestens gewesen - mein Mann und ich hatten gerade erst den Geburtsvorbereitungskurs gemacht. Anstatt das kleine Wesen lebendig mit nach Hause zu nehmen, hatten wir nun eine Beerdigung für unser Kind zu organisieren. Ein Kind, das noch nicht einmal ganz auf der Welt gewesen zu sein schien, und nun schon wieder weg war.
Das erste, was die Seelsorgerin im Krankenhaus zu uns sagte, werde ich nie vergessen: "Jeder trauert unterschiedlich, gestehen Sie sich das zu und seien sie liebevoll miteinander.“ Wie recht sie hatte! Nichts half mir in der Zeit so sehr wie das gemeinsame Trauern, die Achtsamkeit miteinander und ganz generell die Liebe meines Partners, egal welche Phase ich gerade durchmachte.
Mein totes Kind auf dem Arm zu halten, einen kleinen Sargdeckel mit Blumen zu verzieren, ein schönes Grab auszuwählen - das alles war zugleich unwirklich und auf brutale Weise real. Manchmal konnte ich einfach nicht fassen, dass das nun mein Leben sein soll. Dass ich nie wieder so werde wie vorher. Unbedarfter und fröhlicher. Zwar gab es irgendwann wieder Momente, in denen ich gelacht habe oder an etwas anderes denken konnte. Doch das Grundgefühl meines Lebens hatte sich unumkehrbar verändert. Oft war es schwer, überhaupt weiterzumachen. Und manchmal habe ich mich wie gefangen gefühlt. Das Leben ging weiter, irgendwie konnte man ja nicht auf Dauer den Alltag anhalten. Und gleichzeitig war ich von dem unterschwelligen Gefühl bestimmt, dass alles was noch kommt, nicht mehr wichtig ist. Dass es sich nicht lohnt, weiterzumachen.
Nach einem halben Jahr nahm ich eine Kurzzeittherapie in Anspruch, die mir half, nicht nur in Trauer an mein Kind zurück zu denken, sondern auch mit positiven Gefühlen. Gleichzeitig gab es Stück für Stück auch wieder Dinge, auf die ich mich freuen konnte. Seien es Feste, Urlaub oder Zeit mit Freunden. Es war ein erleichterndes Gefühl, zu spüren, dass ich zunehmend mehr Freude empfinden konnte.
Ungefähr ein Jahr nach dem Tod meines Kindes ging ich zum ersten Mal zu einer Trauergruppe. Im Nachhinein würde ich sagen, dass es mir schon sehr viel früher gut getan hätte, dort hinzugehen. Ich sah zum ersten Mal andere Eltern, die ähnliches erlebt hatten. Die Erlebnisse und den Schmerz miteinander zu teilen, war sehr heilsam. Denn ich hatte vorher nie das Gefühl, dass mich außer meinem Partner wirklich jemand verstehen kann. Nicht zuletzt durch den Trost der Gruppe hatte ich irgendwann das Gefühl, die schlimmste Zeit hinter mir gelassen zu haben. Stück für Stück hatte ich wieder das Gefühl, mein Leben schätzen, genießen und gestalten zu können. Ich konnte immer mehr nach vorne blicken.
Wir wünschten uns nach wie vor ein Kind und wagten den Schritt. Ich wurde erneut schwanger. Die Zeit bis zur Geburt zu überstehen, war oft schwierig. Neben der Freude und der Dankbarkeit gab es so viele Ängste. Zum Glück durfte ich am Ende ein gesundes Kind zur Welt bringen. Nach der Geburt war da neben der Erleichterung und Freude über unser Glück auch noch einmal die Trauer um all das, was ich mit meinem ersten Sohn nicht hatte haben können. In der Zeit habe ich ihn sehr vermisst. Gleichzeitig tat es gut, endlich aktiv Mutter sein zu können. Unser erster Sohn begegnet uns nach wie vor an vielen Stellen im Leben und er erinnert uns daran, das Leben zu schätzen. Und er hat weiterhin einen festen Platz in unserer Familie.
Wer mehr erfahren möchte: In meiner ersten Podcastfolge erzähle ich die Geschichte detaillierter. Zudem haben mein Mann und ich Folgen über das erste Jahr nach Luglios Tod und die Folgeschwangerschaft mit unserem zweiten Sohn aufgenommen.
Hallo Psyche -
Psychologische Beratung und Paartherapie Berlin Prenzlauer Berg
Luisa Schall
Instagram @hallo-psyche
Praxis
Bötzwostraße 56,
10407 Berlin Prenzlauer Berg
Anfahrt über S Greifswalder Str. oder Arnswalder Platz (Tram)